Butterfly Effect

Wir planen unser Leben, haben Träume, Wünsche vielleicht sogar Visionen. Selbst wenn wir nicht wissen, was wir wollen, wissen wir doch was wir nicht wollen und wo wir so ungefähr hinwollen mit unserem Leben. Wir haben eine Vorstellung davon, wie es verlaufen soll, was wir alles machen wollen, was wir sehen wollen. Wir wissen was uns glücklich und unglücklich macht und richten unser Leben darauf aus. Machen Pläne, um unserem Glück näher zu kommen und vielleicht sogar unsere Wünsche zu erfüllen. Wir wissen wir sind allein für unser Leben verantwortlich und deshalb sind wir auch diejenigen, die es gestalten. Es liegt in unserer Hand, ob wir nun den Beruf haben werden, den wir uns wünsche, mit von uns geliebten Menschen in Kontakt bleiben, weg ziehen, eine Familie gründen, lieber alleine bleiben, die Welt sehen und nach mehr streben oder schon mit dem was wir haben zufrieden sind.

Aber hin und wieder passieren Dinge, die nicht in unserer Macht stehen. Wir können nicht beeinflussen wie sich andere Menschen verhalten, es geschehen Missverständnisse, Ausrutscher, Unfälle.

Einfach so

Zufälle halt auf die wir absolut keinen Einfluss haben. Der Butterfly Effect besagt, dass selbst kleinste Einflüsse ungeahnte und nicht berechenbare Folgen haben können. Zum Beispiel kann der Flügelschlag eines Schmetterlings Ursache für einen Wirbelsturm auf der anderen Seite der Erde sein.

Was also wenn der Flügelschlag eines kleinen hübschen Schmetterlings der da drüben in Neuseeland durch die Gegend flattert einen Wirbelsturm in unserem Leben auslöst und dieses vollkommen auf den Kopf stellt?

Dann sind unsere Pläne, Träume und Wünsche dahin. Wir müssen uns umstellen, neue Träume, Wünsche und Visionen entdecken und alles neu planen. Das geht natürlich. Ein Wirbelsturm, wie stark er auch sein mag, geht vorbei. Er lässt Chaos und Zerstörung zurück. Das alles kann man wieder aufräumen, Zerstörtes wieder aufbauen. Aber spurlos geht er niemals vorüber. Und unser Leben, das wir vorher gelebt haben und das Leben das wir zukünftig führen wollten ist vorbei.

1 Kommentar 3.12.09 15:39, kommentieren

Est-ce que tu connais le Couchsurfing???

Ich wollte dieses Jahr nutzen, um mehr über mich zu lernen, zu sehen wie ich mich in einer völlig fremden Umgebung verhalte und entwickle. Ich wollte neue Dinge ausprobieren, um dann vielleicht mal zu wissen was ich will. Das große Licht in meinem kleinen Köpfchen ist noch nicht angeschaltet worden, aber es gibt doch einiges Neues auf das ich mich hier einlasse und meine neuste Leidenschaft habe ich schon gefunden: COUCHSURFING!!!
Das funktioniert ungefähr so: Man bietet im Internet anderen Couchsurfern eine Schlafmöglichkeit in seiner Wohnung an und kann wiederum selber die Couches von anderen surfen. Nach anfänglicher Skepsis habe ich mich da einfach angemeldet, ich war es Leid ganz alleine in dieser für mich zu großen Wohnung zu hocken. Und so nahm ich letzte Woche Baptiste und Pierre-Olivier auf, zwei Franzosen unterwegs nach Istanbul mit einem uralten Tandem^^. Wir haben in den drei Tagen in denen sie hier waren viel Spaß gehabt und uns gut verstanden und nach ein paar Bierchen habe ich auch mein gutes Schulfranzösisch wieder rausgekramt und ich muss sagen, ich weiß gar nicht mehr warum ich das früher so gehasst habe. Also schon wieder was Neues raus gefunden: Französisch ist gar nicht so scheiße^^
Ich habe die beiden natürlich auch zu meinem Lieblingsplatz, der Burg bei Nacht, gebracht, Ihnen mein Lieblings-ungarisch-fastfood-essen, Langos, angedreht und ihnen ein paar meiner Lieblingsbars gezeigt. Und das tollste war, dass jedes Mal wenn ich nach Hause kam einfach alles genauso war wie vorher, kein Chaos, kein fehlender Laptop, alles super. Ein schönes Gefühl, wenn man Fremden einfach so vertraut, ihnen einen Schlüssel zu seiner Wohnung gibt und dann nicht im Geringsten enttäuscht wird.
Also sagte ich mir nachdem ich Montag eine weitere anfrage von 4 Franzosen bekommen habe, warum nicht gleich noch mal ein paar Couchsurfer hosten??? Und so nahm ich diese Woche Gael, Florian, Anthony und Michaele bei mir auf. Auch sie sind auf dem Weg nach Istanbul allerdings mit dem Auto, auch ein bisschen verrückt^^ und diese Jungs waren komplett anders aber auch super. Sie haben meine Wohnung für vier Tage in ein Schlachtfeld verwandelt, aber mich mit einer Crepe-Orgie wieder für sich gewonnen. Das war schon lustig wie die da in meiner Küche standen und aufgrund der Abwesenheit eines Schneebesens geschweige denn eines Mixers eine halbe Stunde lang mit zwei Gabeln den Teig gerührt haben. Meine Waschmaschine lief quasi vier Tage lang durch, vor meiner Haustür sammelte sich ziemlich viel Zigarettenasche, morgens war stundenlang das Bad besetzt und zum Höhepunkt haben die mich dann auch noch um vier Uhr morgens aus dem Bett geklingelt, weil Anthony früher nach Hause ist und die Tür leider nicht offen gelassen hat. Schade eigentlich^^
Doch auch das kann ich alles vergeben, als ich nämlich ziemlich angenervt auf zwei von den Jungs gewartet habe, wir wollten zusammen zur Burg, kamen sie dann eine halbe Stunde zu spät seelenruhig in meine Wohnung gedackelt und reagierten auf mein „ALLER ALLER“ nur mit der Aussage: „We have a present for you“ und tada die haben mir doch tatsächlich eine Konzertkarte für Yann Tiersen gekauft, das ist der Typ der die wunderbare Filmmusik zu dem Amélie-Film geschrieben hat und ich habe nur einmal nebenbei erwähnt das ich da hin will.
Florian, der in einer Reggaeband singt hat dann auch noch ein selbstkomponiertes Ständchen für mich gesungen und wir haben den Abend mit meiner nächtlichen Burgtour weitergeführt.
Donnerstag verbrachten die Jungs dann den Vormittag damit ihre in meiner ganzen Wohnung verteilten Sachen wieder zusammen zu suchen und ihren Dreck zu beseitigen und ich bekam quasi tausendmal eine Einladung nach Nantes, Rennes und La Rochelle. Da werde ich wohl eine Frankreichtour machen müssen um diese tollen Jungs wieder zu sehen, aber ich habe ja einige meiner Frankreich und Franzosen Vorurteile schon abgebaut und dann kann ich auch meine neue Liebe zur Französischen Sprache vertiefen. Deshalb meine letzten Worte in Französisch.
„J´ai la banane et la patate!!! C´est cool, huh?”

Baptiste, Pierre-Olivier et moi
Photobucket

Florian et Gael faisons les crepes
Photobucket

Yann Tiersen ♥
Photobucket

5 Kommentare 20.11.09 12:49, kommentieren

Ich vermisse...

...es täglich meine Schuhe zu wechseln
...es morgens in "meinem" Bett aufzuwachen
...den Nordpark, der hier von mir immer als die schönste Sehenswürdigkeit Duisburgs gepriesen wird
...es mich mal wieder richtig aufzuregen, anscheinend sind mir die Menschen und Dinge hier noch nicht so wichtig, dass sich ein MMM lohnt
...es meine Freunde zu sehen und mit Ihnen Mist im Fernsehen zu gucken und dabei gaaaaaaanz viel zu essen
...es einfach das Telefon in die Hand zu nehmen und jemanden anzurufen der mir zu hört
...das tolle Essen von meiner Mama
...es von Menschen umgeben zu sein, die ich kenne und bei denen ich weiß woran ich bin
...die Zugbrücke am Rhein
...ganz genütliches chillen am Wochenende mit Grey´s Marathon
...es zu wissen wo ich was finden kann
...es mal so richtig gestresst zu sein
...das Pulp
...Mädelsabende
...meinen Antrieb und meine Motivation
...meinen Ehrgeiz und meine Disziplin
..."meine" Person
...euch

11 Kommentare 17.11.09 13:32, kommentieren

Puuuhhh Budapest...

Endlich lass ich mal wieder was von mir hören

Nachdem die ersten beiden Wochen sehr schwer und einsam für mich waren ist es jetzt das komplette Gegenteil. Mir geht es richtig gut, nur komme ich momentan überhaupt nicht zum Luft holen und die Zeit vergeht so schnell, dass man nur in ganz ganz wenigen Momenten dazu kommt mal durchzuatmen und darüber nachzudenken was eigentlich alles passiert ist.

Also was ist passiert: Vor drei Wochen hatte ich Besuch von Carina, eine deutsche Freiwillige, die ihr EVS in der Nähe vom Balaton macht. Dieses Wochenende war im Szechenyi Fürdö, einem der Thermalbäder hier, eine Party, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, Klímafürdö nannte sich das ganze und nach guter Freiwilligenmanier habe ich natürlich ausgeholfen. Die Arbeit sah ungefähr so aus. Ich stand mit Judy, eine der Schülerinnen vom Karinthy Gymnasium im Gang und sagte folgenden Satz ungefähr 100 Mal: „You can change downstairs“ und es war super, wir haben gefeiert und uns erfolgreich vor ein paar kletschnassen Partygästen gedrückt, die uns ja unbedingt umarmen wollten. Das Bad war voll mit im wassertanzenden Menschen und das ganze Open-air und es war arschkalt! Hat aber niemanden gestört und vorm DJ-Pult sammelte sich auch eine Menge an, die in ihren Badesachen gegen die Kälte tanzte. Ich war froh, dass ich mich an diesem einmaligen Ereignis beteiligen konnte und wenn ihr ein bisschen mehr über die Kampagne erfahren wollt, werft mal einen Blick hier drauf: www.350.org

Die folgende Woche haben wir uns dann auf den Egyesek Nap vorbereitet, dem Geburtstag meiner Organisation, der in Hollókö, einem kleinen Dorf 100 km von Budapest, gefeiert wurde. Und ich muss sagen, die Egyesek Leute wissen wie man feiert, es war ein weiteres tolles Wochenende

Es gibt einige gute Gründe Budapest zu lieben. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind der Hammer und da ich super zentral wohne ist es umso besser. Die ganze Nacht durch fährt irgendwas regelmäßig in meine Richtung und ich habe noch nie bevor ich abends weg bin, geschaut wie ich denn wieder zurück komme und wann. Man findet immer irgendeinen Nachtbus und unzählige coole Bars kann ich zur Not auch zu Fuß erreichen. Deswegen bin ich wahrscheinlich auch so gut wie jeden Abend in einer anderen Kneipe und das meistens mit anderen Leute, da gibt’s ne Gruppe deutscher, die hier alle was anderes machen, die EVS Leute, noch mehr Deutsche die FSJ im Ausland machen, Ungarn mit denen ich ein paar mal einen DVD-Abend gemacht habe und die Leute in meiner Organisation, mit denen ich mich auch dann und wann mal auf einen Kaffee und ein gutes Gespräch treffe. Aber so läuft das hier in Budapest, du kennst einen, der stellt dich anderen Leute vor, die wiederum nehmen sich irgendwo hin mit und so weiter und so fort. Und so verbringe ich meine Abende und Nächte immer in einer anderen coolen Kneipe und schlafe dann immer trotz anderer guter Vorsätze schön aus bevor ich mich dann mal auf dem Weg ins Büro mache. Und das soll nicht so klingen als hätte ich dort nichts zu tun. Ich habe meine festen Aufgaben, aber hier schert es niemanden ob ich nun um 8 oder doch erst um 12 auftauche. Also meine Aufgaben: Ich bin die Kontaktperson von Egyesek in der Synergy Group, ein Netzwerk von Organisationen in Europa, die diese Trainings machen an denen ich schon öfter teilgenommen habe und im Januar wieder werde, dann geht’s nämlich nach Ommen für mich zurück zur Olde Vechte und ich kann es jetzt schon kaum erwarten. Mein Job ist es mit den Partnern in Kontakt zu bleiben und denen Dokumente zu schicken, die Trainings auf die Internetseite zu stellen, Anmeldungen zu registrieren etc. und wir werden einen Antrag für ein Group EVS nächsten Sommer schreiben, da wollen wir 20-30 EVSer für einen Monat gleichzeitig hosten und ganz viel Spaß haben

Und diese Woche werde ich auch endlich mal das Projekt Ten Sing Budapest angehen und dann werden die Budapester mich erst mal richtig kennen lernen.

Mit meinem ungarisch läuft es holprig bis gar nicht. Die einzigen ungarischen Worte die meinen Mund regelmäßig verlassen sind „Köszönöm szepen“ und „Szivesen“ und das auch nur wenn Hamzah (EVSer aus Jordanien) und ich diese beiden Dinge tausendmal wiederholen, weil er aus irgendeinem Grund genauso bekloppt ist wie ich und wir halt Spaß dran haben die ganze Zeit „Vielen Dank“ und „Bitteschön“ zu sagen. Ich habe also auch schon Leute hier gefunden mit denen ich so richtig schön verrückt sein kann, sei es beim Karaokesingen bei einer Erasmus party oder beim Couchsurfing treffen mit selbstgemachtem Glühwein, der ganz schön geknallt hat oder halt einfach irgendwo über die Straße tanzend.

Einen Lieblingsplatz habe ich hier auch schon gefunden. Nachts oben am Budai vár, die Budaerburg, wenn alles hell erleuchtet ist und man einen tollen Blick auf Pest hat…einfach wunderschön. Wer das nicht gesehen hat, hat was verpasst. Und nun schließe ich meinen Eintrag mit einer großen Ankündigung: Ich komme nach Hause!!!! am 19.12. abends und ihr müsst alle ganz lange im MPG bleiben ja? Ich habe ürbigens noch keinen Rückflug gebucht und warte hier auf ein paar gute Argumente, warum ich Silvester zuhause verbringen sollte (nicht das ihr nicht Argument genug seid^^)

 

Die Deutschen^^ Photobucket

 

KlímafürdöPhotobucket

Ich und JudyPhotobucketIn einer meiner Lieblingskneipen. MumusPhotobucketVom Budai vár aus. Das beleuchtete ParlamentPhotobucket Carina auf der BurgPhotobucketCarina und ich im Nationalmuseum. Haben den freien Eintritt am Nationalfeiertag ausgenutzt. PhotobucketSein hübsches Lächeln hat er mir zu verdankenPhotobucket

3 Kommentare 9.11.09 13:21, kommentieren

Und wenn man nur wüsste, woher man kommt
Wenn man nur wüsste, wohin
Es einen unweigerlich führt
Und wann du mich das nächste Mal berührst
 
Tomte ♥-Die Geigen bei Wonderful World

26.10.09 18:00, kommentieren